Die Sängerin Claudia Barainsky studierte an der Hochschule der Künste ihrer Heimatstadt Berlin bei Ingrid Figur, Dietrich Fischer-Dieskau und Aribert Reimann und gilt wegen ihres breitgefächerten Repertoires international als eine der vielseitigsten der Zeit.

Ihr erstes Engagement führte sie ab 1993 als Konstanze in Mozarts „ Entführung aus dem Serail“ und Lulu in Alban Bergs „Lulu“ und Donna Clara „Der Zwerg“ (Zemlinsky) an das Stadttheater Bern. Es folgte 1994 das Debüt an der Semperoper Dresden mit der Titelpartie von Aribert Reimanns „Melusine“, es folgen dort die Königin der Nacht, Pamina, Konstanze, Sophie in Strauss’ „Rosenkavalier“, Hasses „Cleofide“ und Badi’at in Henzes „L’Upupa“. 1995 band sie ein großer Gastvertrag an die Opernhäuser Düsseldorf und Duisburg, mit den Partien Blondchen, Sophie und Musetta. Es schlossen sich Partien wie Anna in Marschners „Hans Heiling“ (Deutsche Oper Berlin unter Christian Thielemann), Blumenmädchen 1/1und Waldvogel von 1998-2000 bei den Bayreuther Festspielen, Woglinde „Rheingold“ (Richard Wagner) New National Theatre in Tokyo, dann Titelpartien in Keisers „Octavia“ (Karlsruhe Händelfestspiele) ebenso wie die Infantin in Zemlinskys „Der Zwerg“, 2.Nichte in „Peter Grimes“ von B.Britten und Marie in Bergs „Wozzeck“ (La Monnaie, Brüssel) an. Die Marie in Bernd Alois Zimmermanns „Die Soldaten“ wurde ein Meilenstein für sie, hat sie diese Rolle doch gleich mehrfach in hochkarätigen Inszenierungen gesungen (Willy Decker / Nederlandse Opera Amsterdam und David Pountney / Ruhrtriennale, mit der sie einer Einladung zum Lincoln Center Festival in die Armory Hall nach New York folgte).

Für ihre herausragende Interpretation und Darstellung der Titelpartie in Aribert Reimanns deutscher Erstaufführung „Medea“ (2010 an der Oper Frankfurt) wurde Claudia Barainsky mit dem Deutschen Theaterpreis „DER FAUST“ 2011 ausgezeichnet. Mit der selben Partie in gleicher Inszenierung debütierte Barainsky im Dezember 2010 an der Wiener Staatsoper und verkörperte dort erneut diese Medea im Frühjahr 2017 in der Wiederaufnahme.

Höhepunkte der letzten Spielzeiten waren u.a. ihre Gestaltung der Maria Magdalena in der umjubelten Uraufführung „Wunderzaichen“ von Mark Andre (Cambreling/Wieler/Morabito) am Staatstheater Stuttgart, ihr gefeiertes Rollendebut in Richard Strauss‘ Daphne in Toulouse (Haenchen/Kinmonth), ihr Rollendebut als Saffi im Zigeunerbaron von J. Strauß unter der Leitung von Lawrence Foster und das Clärchen ( Klaus Maria Brandauer als Egmont) in Jan Müller-Wielands Egmont.

Claudia Barainsky bekam schon früh die Möglichkeit mit Maurizio Pollini und seinen „Progetti“ in Salzburg, New York (Carnegie Hall) und Tokyo aufzutreten.

Ihr großes Konzertrepertoire beinhaltet die Sopran-Partien vieler Kantaten, Oratorien und Orchesterlieder, Beethovens 9., Mahlers 2., 4. und 8. Sinfonie und Werke, die Komponisten regelmäßig für sie schreiben. Diese Besonderheit macht die Künstlerin zu einem gern gesehenen Gast auf international bedeutenden Konzertpodien und Festivals (u.a. Grafenegg, Wien Modern, Beethovenfest Bonn, Bayreuther und Salzburger Festspiele, Aldeburgh Festival, Schleswig-Holstein Festival) und zu einer musikalischen Instanz für Dirigenten wie Gerd Albrecht, Marc Albrecht, Vladimir Ashkenazy, Michael Boder, Herbert Blomstedt, Frans Brüggen, Sylvain Cambreling, Christoph Eschenbach, Michael Gielen, Daniel Harding, Marek Janowski, Emmanuel Krivine, Zubin Mehta, Ingo Metzmacher, Sir Roger Norrington, Kazuchi Ono, Giuseppe Sinopoli, Tugan Sokiev, Stefan Soltesz, Constantin Trinks oder Lothar Zagrosek. Barainsky trat mit zahlreichen Orchestern auf, stellvertretend hierfür seien Philharmonia Orchestra und BBC Orchestra London, Bamberger Symphoniker, Gewandhausorchester Leipzig, Staatskapelle Dresden, MDR Sinfonieorchester, Konzerthausorchester und Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Münchner und Wiener Philharmoniker, WDR-, BR- und NDR Sinfonie-Orchester, Symphoniker Hamburg, NHK Symphony Orchestra Tokio, Petersburger Philharmoniker, Royal Concertgebouw Orchestra, Nederlands Philharmonisch Orkest, Orchestre de Paris, Orchestre de la Suisse Romande und Tschechische Philharmonie Prag genannt.

Kammermusik und Liederabende bilden einen großen und wichtigen Schwerpunkt in ihrem musikalischen Schaffen und so zählen die Pianisten Axel Bauni, Alexander Schmalcz, Eric Schneider, Burkhard Kehring, Jan Philip Schulze oder das Arditti Quartett, das Auryn-Quartett, das Minguet Quartett, das delian:quartett, sowie Kammerensembles wie Klangforum Wien, Ensemble Musikfabrik, Ensemble Intercontemporain, Concerto Köln und Scharoun Ensemble immer wieder zu ihren künstlerischen Partnern.

Mehr als 40 CD und DVD Einspielungen sowie diverse Rundfunk-und TV Mitschnitte dokumentieren Claudia Barainskys künstlerisches Profil.

Für 2019 ist eine Neuproduktion „Medea“ am Aalto Theater Essen in der Regie von Kay Link geplant und im Anschluss daran ihr Debüt als Marianne Leitmetzerin in Richard Strauss’ „Der Rosenkavalier“ in Santiago de Chile.